Gegen Krieg und Faschismus

 

 

08. Mai 2021 in Siegen

WR vom 10.05.2021

 

 

 

 

 

 

 


NAZIS RAUS!

Gegen den III. Weg und andere Faschisten
Die Neonazi-Partei hat einen ihrer Schwerpunkte in Südwestfalen. Die meisten Aktivitäten finden in Siegen und Olpe statt.
In beiden Orten hat sich sich starker Wider-
stand entwickelt: Olpe gegen rechts,

Siegen gegen Rechts, Willkommen in Olpe

 

 

 

 

 

 

 

 


Polizeiskandal in Olpe: Sand auf antifaschistische Parolen         28/3/21
Es ist es schon weit gekommen (aber wundern tut sich seit NSU und  den rechten Chatgruppen im Polizeidienst schon keiner mehr): Parolen gegen einen weiteren  Nazi-Auftritt in Olpe wurden von der Polizei (bzw. der dafür rekrutierten Feuerwehr!) mit Sand abgedeckt, damit sich die Nazis nicht provoziert fühlen konnten!
Einer der Sprüche war: “Jeder 4. Nazi ist ein V-Mann”.  So sieht’s aus in diesem Land.

 


Ostermarsch 2021 in Siegen

 

 


 

 

Konzert im GymsL 2019

Bereits zum zweiten mal trat unsere Genossin Esther Bejarano 2019 auf Einladung von Es Tut sich Was und dem Gymnasium der Stadt Lennestadt mit ihrem Sohn Joram und Kutlu von der Microphone mafia in Lennestadt auf. Ein begeisternder Abend!

Ihre Eltern wurden von den Nazis umgebracht. Esther, das jüdische Mädchen, hat vielleicht  die Musik gerettet:  Sie spielte im Mädchenorchester Auschwitz Akkordeon! 1943 kam sie nach Ravensbrück und musste kurz vor der Befreiung auf einen der berüchtigten Todesmärsche.

Sie kämpfte ihr ganzes weiteres Leben  für den Frieden, gegen Krieg und Faschismus. Nun ist sie eine der Letzten, die berichten können.

Ihr zuzuhören, ist wunderbar!

https://youtu.be/bFS4eCCyvTs

 

 

 

 

 


 

 

 Der sowjetische Friedhof in Maumke – ein Beispiel für das Verbrechen der Zwangsarbeit

Das Elend der Millionen Zwangsarbeiter,

die die  Faschisten aus vielen europäischen Ländern nach Deutschland verschleppt hatten, wurde erst in den Anfangsjahren des neuen  Jahrtausends breiteren Bevölkerungskreisen bekannt. Nach Klagen in den USA bequemte sich die deutsche Industrie, die Hauptnutznießer, einen “freiwilligen” Entschädigungsfond für Zwangsarbeiter aufzulegen. Da das Delikt mehr als 50 Jahre zurücklag, konnte mit geringem finanziellen Aufwand eine weiße Weste erworben werden: Sehr viele Betroffene waren bereits gestorben.

Eingesetzt waren die Zwangsarbeiter vor allem in der Industrie und der Landwirtschaft. In der Meggener Grube wurden Hunderte Menschen zur Arbeit gezwungen. Die Sachtleben A.G. baute in Maumke auf dem Gelände der Christinenhütte ein sogenanntes Ostarbeiter-Lager, weil die anderen Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft waren. Durch schwere Arbeit und schlechte Behandlung kamen 98 Bürger der Union der sozialistischen Sowjet-Republiken um Leben. Sie wurden in einem Waldstück oberhalb Maumke beigesetzt.

Dieser Friedhof ist seit Jahrzehnten für die Erinnerungskultur im Sauerland von großer Wichtigkeit. Viele dieser Orte sind nicht nur aus dem Bewußtsein verschwunden, sondern auch vom Verfall bedroht. Die Stadt Lennestadt hat den Friedhof in ihre Denkmalliste eingetragen. Auch die Forderung der Öffentlichkeit nach einer Hinweistafel am Maumker Lager und Wegweisern zum Friedhof ist mittlerweile Wirklichkeit geworden. Dafür Dank allen Beteiligten!

Aus dem lesenswerten Eintrag in der Denkmalliste:

“.…Der rassistische Vernichtungs- und Ausbeutungskrieg Deutschlands gegen die Sowjetunion war von der Roten Armee nicht nur siegreich abgewehrt worden, sondern hatte sogar zur Befreiung ganz Deutschlands vom Nationalsozialismus geführt….”

 


Buchenwaldfahrt der VVN-BdA

Am 11. April 1945, die US-Armee hatte sich dem KZ auf dem Ettersberg bei Weimar bereits bis auf wenige Kilometer genähert, setzten bewaffnete Kommandos des internationalen Lagerkomitees die verbliebenen SS-Wachen fest, die keinen nennenswerten Widerstand leisteten. Die Häftlinge übergaben das Lager erhobenen Hauptes an die Befreier.

Eine Viertelmillion Menschen, hauptsächlich politische Häftlinge aus halb Europa, waren von 1937-1945 hier eingesperrt. Sie mußten Zwangsarbeit in Rüstungswerken und Steinbrüchen leisten. 56000 kamen durch schwere Arbeit, sehr schlechte Versorgung, Unfälle, brutale Behandlung und sadistischen Mord ums Leben.

Unter ihnen auch der Siegener Kommunist Walter Krämer. Der Schlosser eignete sich im Lager medizinische Kenntnisse an und wurde als “Arzt von Buchenwald” berühmt. Der Roman Nackt unter Wölfen (kürzlich neu verfilmt) setzte auch ihm neben vielen anderen Aufrechten ein literarisches Denkmal.

Der Staat Israel ehrte ihn mit seiner höchsten Auszeichnung, ernannte ihn zu einem Gerechten unter den Völkern. Die Stadt Siegen tat sich schwer mit ihrem großen Sohn. Nach langem politischem Kampf wurde der Platz am Kreisklinikum Siegen nach Walter Krämer benannt.

Die VVN-BdA Siegen-Wittgenstein fährt jährlich anläßlich des obigen Datums mit Unterstützung des Deutschen Gewerkschaftsbunds und des Asta der Uni Siegen nach Buchenwald und hat mit Führungen und Erinnerungsarbeit viele junge Menschen zu Antifaschisten gemacht.

Das Bild links unten zeigt den Glockenturm der Mahn- und Gedenkstätte mit der Plastik von Fritz Cremer, gebürtig in Arnsberg/Sauerland


 

Gedenken am Gräberfeld der Zwangsarbeiter  und an der Grabstätte von Walter Krämer auf dem Hermelsbacher Friedhof in Siegen